Der Geruch ist manchmal eine Erinnerung, ein nostalgischer Zeitabschnitt oder manchmal auch eine Liebe in uns...

Mit den Gerüchen leben wir ein Leben lang zusammen; mit ihnen erinnern, lieben und vermissen wir. Der Geruch hat einen Platz im Menschenleben, welchen man mit nichts füllen kann und ist ein sehr privater Bedarf. Der Parfümsektor ist infolge dieses Bedarfs entstanden.

Gleichzeitig ist es das Sinnesorgan, das am geringsten verstanden wird... Hier spielt es eine Rolle, dass die Riechzentrale in der Nase einen niedrigen Arbeitsplatz hat und ein subjektiver Sinn ist und als für Tierversuche ungeeignet ist. Ein anderes Problem ist, dass der Geruchssinn beim Menschen nicht so entwickelt ist wie zum Beispiel bei einigen Tieren.

All die Wesen, welche die Natur bilden, verbreiten ununterbrochen Geruchsmoleküle in der Luft. Diese Moleküle, die wir durch unsere Nase aufnehmen, wandeln sich in den inneren Kanälen der Nase in elektrische Impulse um und gelangen ins Gehirn.

Die Zellen, die den Geruch wahrnehmen, nennt man Olfaktuar-Zellen. Im Grunde sind diese die Verlängerungen der Gehirnzellen. Es gibt ca.100 Millionen Geruchszellen. Aus den Olfaktuar-Zellen bilden sich im Durchmesser von 0.3 Mikronen und mit einer Länge von 50-100 Mikronen Verlängerungen, die den Pflaumen ähnlich sind und die das Naseninnere wie mit Samt bedecken. Diese treten mit den Geruchskörpern, welche die Luft trägt, in Reaktion und regen damit die Zellen an. Die Körper, die in einer erregbaren Lage sind, müssen sich vor allem, um an die obige Seite der Nase gelangen zu können, verflüchtigen, um sich in den Absonderungen lösen zu können .

Das Riechen vermehrt sich bei jedem Einatmen und stoppt bei der Ausatmung . Dieses Verfahren erfolgt in (zyklischen) gleichmäßigen Abständen. Der Geruch ist mit der Kraft der eingeatmeten Luft in der selben Proportion. Von unseren persönlichen Erfahrungen wissen wir, dass wenn man in ein Milieu, das sehr geruchsintensiv ist, eintritt, man nach kurzer Zeit nichts mehr riecht.

Die Körper, die beinahe den gleichen molekularen Aufbau haben, werden in gleicher Art wahrgenommen, obwohl ihre Eigenschaften in chemischer Hinsicht sehr verschieden sind.

In Großmärkten erhöhen sich in einigen Abteilungen die Verkaufszahlen plötzlich, weil man Küchendüfte nicht durch die Gehäuse-Lüftung nach außen leitet, sondern direkt in die Verkaufsabteilungen. Prüfen Sie Ihr Gedächtnis! Sie kaufen immer das Parfüm, das Sie an die Zeiten erinnert, in der Sie sich am wohlsten fühlten!

Eine der Grundeigenschaften des Geruches ist, dass auch eine ganz kleine Menge, die sich in der Luft befindet, genügend Reiz verschaffen kann. Wenn sich zum Beispiel in der Luft auch nur eine Menge von 25 Milliarden pro Quadratmillimeter Methyl Moleküle befindet, kann man es riechen. Aus diesem Grunde benutzt man es unter anderem, um geruchloses Erdgas mit einem Knoblauch ähnlichen Geruch zu versetzen. Gerüche mit einer niedrigen Reizschwelle bewirken zwischen 10 und 50facher Konzentrations-erhöhung den gleiche Reiz. Die anderen Sinnesorgane reagieren wesentlich empfindlicher auf Unterschiede.

Also erkennt unser Geruchssinn nur, ob es riecht oder nicht und erkennt keine großen Unterschiede der Geruchsstärke.

Der Körper-Geruch eines Menschen kann sich, abhängig von Krankheiten und physiologischen Ereignissen, ändern. Zum Beispiel bei einigen Leberkrankheiten kommt ein Geruch ähnlich eines faulen Apfels vor. Schwangerschaft, Wochenbett, Menstruation und geschlechtliche Aktivität sind die physiologischen Zustände, bei der sicher der Körper-Geruch ändern kann.

Riechen nicht existierender Gerüche ist bei psychiatrischen Fällen oder bei einer Gruppe von Gehirnkrankheiten bekannt.

Der Geruch ist wie ein unsichtbares Kostüm, das jeder Mensch bei sich trägt, auch wenn er von Zeit zu Zeit kleine Unterschiede aufweist...


Quelle:
Guyton
Merck Manual
West Výrgýnýa Unýversýty Hospýtals Home Page(Nerveus system)
Otorinolaringoloji(John Jacop Ballenger)
The American Physiologýcal Society Journal of Neurophysiology Cortýkal Columnar Processýng in the Rat Whýsker Vol:6/ 99


Ahmet F. Yüksel
& Uzm.Dr. Iþýl Yurdaýþýk
Ýstanbul - 09.10.2001
http://sufizmveinsan.com