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Seit 1990 wird an
der Entschlüsselung der menschlichen Erbinformationen
gearbeitet, anfangs ausschließlich in dem weltweiten, staatlich
geförderten Human Genom Project, seit 1994 auch durch das
privat finanzierte Forschungsinstitut Celera Genomics. Dass die
Sequenz von neunzig Prozent der 3,2 Milliarden Bausteine der
DNS, die unsere Erbinformationen umfassen, schon heute
identifiziert ist, ist auch diesem Wettbewerb zu verdanken ©
Image Courtesy of Digital Instruments / Vecco Metrology Group /
Santa Cruz.
Zwei
durch Basenpaare verbundene verschlungene Spiralen bilden eine
sogenannte Doppelhelix. Die rosa eingefärbte Struktur zeigt
zwei einander überlappende DNS-Stränge; die Auflösung der
Aufnahme reicht allerdings nicht aus, um die
Doppelhelix-struktur im Inneren wiederzugeben.
Die Entschlüsselung
des genetischen Bauplans ist ein wissenschaftliches und
technisches Meisterstück, doch damit sind erst die Grundlagen
geschaffen für die nächste Herausforderung. Wie Friedrich von
Bohlen und Halbach, Chief Executive Officer der Lion Bioscinece
Science AG, eines der führenden deutschen Biotech-Unternehmen,
sagt: "Es ist so, als ob man den kompletten Buchstaben- und
Zeichensatz eines Buches entdeckt hat, aber die benutzte Sprache
und den Satzbau nur in Ansätzen kennt." Anders gesagt: Die
Funktionen der Gene sind noch weitgehend unbekannt.
Was uns jetzt
vorliegt, ist auch nicht der Bauplan des Menschen, sondern eine
Sammlung von Daten einer Reihe unterschiedlicher Individuen.
Dabei zeigt sich, dass das Erbgut unabhängig ist von Rasse und
Hautfarbe, und dass sich der menschliche Bausatz durch
artspezifische Gene nur um rund 2 Prozent von jenem des
Schimpansen unterscheidet.
Die Diskussion um
die möglichen Folgen der historischen Tat werden schon seit
einiger Zeit geführt; sie sind jetzt neu entfacht worden. Die
Hoffnung auf den "besseren" oder zumindest "gesünderen"
Menschen ist die Triebkraft des gegenwärtigen
Biotechnologie-Booms. Doch bei allen Spekulationen über neue
Wege in der medizinischen Diagnose und Therapie - vorerst wird
man sich damit abfinden müssen, dass auch nach dem jüngsten
wissenschaftlichen Meisterstück die meisten Krankheiten
hochkomplexe und deshalb noch schwer zu analysierende Ursachen
haben und Prognosen über Krankheitsanfälligkeit noch ähnlich
schwierig sind wie verlässliche Wettervorhersagen.
Die
gesamte menschliche Genomsequenz ist nun auf einer CD
gespeichert. Sie besteht aus allen Sequenzdaten von zwölf
Freiwilligen, die ihre DNA für das Human
Genome Project analysieren ließen.
Tim Hubbard von der Abteilung für Sequenzanalysen beim Sanger
Centre hatte die Daten zur Verfügung gestellt. Ein Programm
auf der CD ermöglicht es, die 23 menschlichen Chromosomen oder
die 10.000 bisher identifizierten Gene genauer zu untersuchen.
01.01.2001
http://afyuksel.com
Quelle:
www.geo.de
(Genetik)
Ralf
Möller und Financial Times
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